Mariannen-Hospital Werl

Mariannen-Hospital Werl

Unnaer Straße 15, 59457 Werl

112

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Mi, Fr 13 bis 22 Uhr
Sa, So und an Feiertagen 8 bis 22 Uhr

Lebensretterin nach einer SMS

Eine kurze SMS veränderte alles: Als Carina (21) im Dezember von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) um dringenden Rückruf gebeten wurde, ahnte sie noch nicht, dass sie vermutlich schon bald einer schwer erkrankten Frau das Leben retten kann.

Seit 2024 arbeitet Carina im Mariannen-Hospital. Menschen zu helfen ist für sie nicht nur beruflich eine zentrale Motivation, sondern auch privat. Bereits mit 18 Jahren ließ sie sich bei der DKMS als Stammzellspenderin registrieren – eine Entscheidung, die jetzt von großer Bedeutung ist und auch im Mariannen-Hospital auf große Freude trifft.

Wie alle registrierten Spender in der DKMS-Datei unterzog sich Carina nach dem entscheidenden Anruf einem ersten Typisierungstest. Dieser bestätigte: Die Pflegekraft aus Werl ist das passende Match – ein sogenannter „genetischer Zwilling“ für eine an Leukämie erkrankte Frau. Eine seltene Konstellation, denn für jeden Patienten gibt es nur wenige genetisch passende Spender. Neben der Blutgruppe müssen insbesondere die HLA-Merkmale (Humane Leukozyten-Antigene) übereinstimmen. Die Wahrscheinlichkeit, einen „genetischen Zwilling“ zu finden, liegt häufig bei etwa 1:500.000. Jede Registrierung erhöht daher die Chance auf ein lebensrettendes Match.

Keine Nebenwirkungen, nur leichte Müdigkeit
Nach umfassenden Voruntersuchungen begann Ende Januar die konkrete Vorbereitung auf die Spende. Vier Tage lang erhielt Carina Injektionen mit einem Wachstumsfaktor, der die Stammzellproduktion anregt und die Zellen aus dem Knochenmark ins Blut mobilisiert. Die eigentliche Spende erfolgte als periphere Stammzellspende: Dabei wird Blut aus dem Körper geleitet, die Stammzellen herausgefiltert und das restliche Blut zurückgeführt. Mehrere hundert Milliliter Blut wurden auf diese Weise verarbeitet. Nach einer kurzen Beobachtungszeit konnte Carina das Krankenhaus verlassen. Abgesehen von leichter Müdigkeit verspürte sie keine Nebenwirkungen.

Über die Empfängerin weiß Carina nur das Nötigste: Es handelt sich um eine über 30-jährige Frau aus Deutschland, die an Leukämie erkrankt ist. Die Transplantation ist gut verlaufen. Nachdem das Immunsystem der Patientin durch eine Chemotherapie nahezu vollständig zurückgesetzt wurde, können Carinas Stammzellen nun beim Aufbau eines neuen Immunsystems helfen.

In etwa drei Monaten erhält Carina erstmals eine Rückmeldung über den Gesundheitszustand ihrer Empfängerin. Danach wird sie jährlich anonym informiert. Der Datenschutz ist streng geregelt; Ort und genaue Zeitpunkte dürfen aus Schutzgründen nicht genannt werden. Ein anonymer Briefwechsel ist möglich, später unter bestimmten Voraussetzungen auch ein persönliches Kennenlernen. Diese Möglichkeit möchte Carina nutzen – nimmt sich jedoch zunächst Zeit, das Erlebte zu verarbeiten.

Ihr Fazit ist eindeutig: „Ich würde es jederzeit wieder tun.“ Zugleich ermutigt sie andere, sich ebenfalls bei der DKMS registrieren zu lassen. „Wenn es tatsächlich zu einem Match kommt, kann man sich immer noch final entscheiden.“ Die Betreuung und medizinische Versorgung durch die DKMS beschreibt sie als durchweg hervorragend.

Auch im Mariannen-Hospital ist man stolz auf das Engagement der jungen Pflegefachkraft. Die Kolleginnen und Kollegen stehen geschlossen hinter ihr und ihrem vorbildlichen Einsatz. Für Carina schließt sich damit ein Kreis: Menschen zu helfen ist ihre Leidenschaft – im Berufsalltag und nun auch weit darüber hinaus.