Leistungsspektrum

Die Diagnose Diabetes mellitus verändert das Leben jedes Betroffenen. Eine regelmäßige Kontrolle des Blutzuckerwertes mehrmals täglich sowie eine angepasste Ernährung sind wichtig. Patienten können viel Verantwortung für den guten Verlauf der Erkrankung übernehmen. Am Mariannen-Hospital unterstützt ein Netzwerk an Expertinnen und Experten die Betroffenen. Die konkreten Angebote reichen von der umfassenden Diagnostik über wichtige Schulungen bis hin zur komplexen Behandlung von möglichen Folgeerkrankungen.


    • Allgemeine Diagnostik und Behandlung bei der Erkrankung Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2
    • Behandlung von Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom (DFS-Ambulanz) und Verletzungen (Läsionen)
    • Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus und damit einhergehenden Komplikationen wie cerebrale und periphere arterielle Verschlusskrankheiten, Koronare Herzkrankheit oder Erkrankungen der Augen, Nerven und Nieren bei Diabetes
    • Lokale stadienorientierte Wundversorgung inkl. Vakuumversiegelungen, Madentherapie

  • Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Die Erkrankung, bekannt auch als „Zuckerkrankheit“, lässt sich durch wiederholte Messungen der Zuckerwerte im Blut feststellen. Häufig wird dieser über die Entnahme eines Bluttropfens aus der Fingerbeere mit Hilfe eines Teststreifens und dessen Auswertung bestimmt. Bewegen sich die Blutzuckermesswerte im Graubereich zwischen eindeutiger Erhöhung und Norm (nüchtern unter 100 mg/dl; nach der Mahlzeit unterhalb von 140 mg/dl) werden zusätzliche Untersuchungsmethoden eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise die Erstellung eines Blutzuckertagesprofils und der oralen Glukosetoleranztest (OGTT). 

    Zwei Formen des Diabetes mellitus werden unterschieden. Typ 1 Diabetes wird auch als Jugenddiabetes bezeichnet, denn das Auftreten der Erkrankung beginnt meist vor dem 20. Lebensjahr. Ursache ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem den eigenen Körper angreift. Bei Typ 1-Diabetes werden die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört.

    Die viel häufigere Form, der Diabetes Typ 2, tritt meist erst nach dem 30. Lebensjahr auf und wird daher auch – manches Mal irreführend – als Altersdiabetes bezeichnet. Jedoch können auch junge Menschen betroffen sein. Als Ursachen spielen erbliche Faktoren, Übergewicht und Bewegungsmangel eine Rolle.

    Wird ein Diabetes festgestellt, muss untersucht werden, ob er möglicherweise auf andere Krankheitsursachen oder Umstände zurückgeführt werden kann. Beispiele dafür sind der Schwangerschafts-Diabetes, Krankheiten der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), bestimmte Medikamente und andere Ursachen wie Sonderformen des Diabetes. Aufgrund der großen Zahl der Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus greifen die Fachärzte des Mariannen-Hospitals auf eine Vielzahl an Erfahrungen zurück.  


  • Zur Diagnostik stehen in der Inneren Abteilung mit den Schwerpunkten Gastroenterologie und Diabetologie moderne Verfahren zur Verfügu

    • Sonographie (Ultraschalluntersuchung), Doppler-Sonograhie
    • ERCP (Röntgenuntersuchung der Gallenwege, Gallenbalse und des Pankreasgangs
    • Magenspiegelung (ÖGD)
    • Koloskopie (Darmspiegelung)
    • Bronchoskopie (Spiegelung der Bronchien)
    • EKG, Langzeit-EKG, Belastungs-EKG
    • Langzeitblutdruckmessung
    • Transthorakale Echokardiographie
    • transösophaeale Echocardiographie (Ultraschalluntersuchung von der Speiseröhre aus)
    • Lungenfunktionsmessung mittels Body-Plethysmographie
    • Screening auf Schlafapnoe-Syndrom
    • Laufbandergometrie
    • Venenschlussplethysmografie und Phlebodynamometrie
    • i.a. DSA (intraarterielle digitale Subtraktionsangiographie)
    • CO2-Angiographie (Gefäßdarstellung mit Kohlensäure als Kontrastmittel)
    • Lichtreflexionsrheographie

  • Bei der Behandlung des Diabetes mellitus werden verschiedene Ziele in den Blick genommen. Zunächst sind Symptome wie Durst, Müdigkeit und Leistungsschwäche sowie Akutkomplikationen der Blutzuckerentgleisung zu reduzieren. Langfristig besteht dann die zentrale Aufgabe in der Erhaltung einer hohen Lebensqualität und darin, Folgeerkrankungen wie Schäden an Herz, Blutgefäßen, Nieren, Augen, oder Füßen zu verhindern. Sind bereits Folgeschäden aufgetreten, müssen diese umgehend behandelt und ein weiteres Fortschreiten verhindert werden. 

    Wichtige Grundlagen einer guten Diabetestherapie sind Schulungen der Betroffenen und eventuell auch ihrer Angehörigen sowie eine geregelte Lebensweise. Die Behandlung ist in jedem Falle sehr individuell zu gestalten und wird vom Expertenteam des Mariannen-Hospitals mit jedem Patienten persönlich ausgearbeitet.

    Typ 1-Diabetes
    Patienten mit Typ 1-Diabetes führen die notwendige Insulin-Therapie im Alltag weitgehend selbstständig durch. Nach der Diagnose lernen die Betroffenen in speziellen und ausführlichen  Schulungen im Mariannen-Hospital die wichtigsten Bausteine intensiv kennen. Im Wesentlichen setzt sich die Behandlung eines Typ 1-Diabetes aus drei Bestandteilen  zusammen:

    • Zuckerwerte kontrollieren
    • Insulin spritzen
    • Kohlenhydrate im Essen berechnen

    Nach der Diagnose müssen Patienten zudem richtig eingestellt werden. Das heißt, dass in der Regel im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts festgestellt wird, welche Insuline beim Betroffenen am besten geeignet sind, welche Insulinmengen und welches Spritzschema passend sind. Zudem werden für jeden Patienten je nach Stoffwechsel und individuellen Umständen eigene Therapierziele hinsichtlich der Blutzuckerwerte festgelegt.

    Typ 2-Diabetes
    Am Anfang jeder Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 steht die aktive Gestaltung einer Veränderung des Lebensstils. Ganz nach individueller Beratung und den Informationen aus den Schulungen stehen hier die Themen Bewegung und gesunde Ernährung im Mittelpunkt.

    Medikamente (Antidiabetika) gegen den Typ 2-Diabetes werden eingesetzt, wenn durch eine Umstellung des Lebensstils nur ein unzureichender Therapieerfolg zu erreichen ist. Bei den eingesetzten Medikamenten unterscheidet man zwischen Tabletten (orale Antidiabetika) und dem Hormonersatz über Insulinspritzen.

    Die Gruppe der oralen Antidiabetika ist ständig im Wandel. Grundsätzlich wird in der Regel mit einem einzigen Wirkstoff begonnen (Monotherapie). Falls dies nicht ausreicht, ist eine Kombination mit einem anderen Wirkstoff oder Insulin möglich. In der Regel entscheidet man sich zum Einsatz von Insulin, wenn der Blutzucker-Langzeitwert HbA1c nicht unter 7,5 Prozent gesenkt werden kann. Beim Typ 2-Diabetiker hat Insulin die Aufgabe, nicht etwa körpereigenes Insulin zu ersetzen, sondern vielmehr die körpereigene Insulinproduktion zu ergänzen.


  • Im wahrsten Sinne „von Kopf bis Fuß“ können Diabetes-Patienten von Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus betroffen sein. Die häufigsten Spätfolgen sind:

    • Arteriosklerose (Arterienverkalkung)
    • Herz-Kreißlauf- und Gefäßerkrankungen
    • Diabetischer Fuß (DFS)
    • Schlaganfall
    • Diabetische Retinopathie (Netzhauterkrankung)
    • Diabetische Nephropathie (Nierenerkrankung)
    • Diabetische Neuropathie (Nervenschädigung)

    Es gilt insbesondere in Bezug auf die genannten häufigen Spätfolgen eine sehr enge Betreuung und gute Kontrolle der eigenen Gesundheit jedes Patienten.


  • Das Syndrom des diabetischen Fußes
    Verletzungen am Fuß bei Diabetes mellitus können verschiedene Ursachen haben: die Nerven-Störung führt zu einem Verlust des Gefühls und Verletzungen werden nicht bemerkt. Durchblutungsstörungen führen zu einer Minderversorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff und dadurch zu einem „Untergang“ also dem Absterben von Gewebe. Häufig sind beide Ursachen kombiniert. 

    In jedem Fall spielen Verletzungen am Fuß bei Diabetes eine wesentliche Rolle für die hohe Zahl der Amputationen bei Diabetikern. Diese Amputationen bedrohen nicht nur die Lebensqualität, sondern auch das Leben des Patienten selbst. 

    Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms
    Das Mariannen-Hospital ist auf Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom besonders intensiv eingestellt. Möglich sind sowohl eine Diagnostik und Therapie von Durchblutungsstörungen (Doppler- Ultraschalluntersuchung, farbkodierte Duplex Sonographie, konventionelle Angiographie, transkutane Sauerstoff Druckmessung) als auch eine Diagnostik der Nerven-Störungen am Fuß. 

    Die für eine Infektion verantwortlichen Bakterien werden isoliert und gezielt behandelt. Die Stoffwechsellage wird ebenfalls von erfahrenen Fachkräften geprüft. Zur Einstellung stehen sämtliche moderne Verfahren der Blutzucker-Behandlung zur Verfügung. Eine ausgebildete Diabetes-Beraterin und Fachärzte für Diabetologie betreuen die Patienten umfassend. Die Behandlung erfolgt sowohl auf spezialisierten Stationen als auch ambulant in der von der DDG (Deutschen Diabetes Gesellschaft) zertifizierten Diabetes-Fuß Ambulanz. Im gesamten Krankenhaus arbeiten die zuständigen Spezialisten wie Diabetologen, Gefäßmediziner, Chirurgen, Orthopäden, Podologen, Pflegepersonal und Orthopädietechniker eng zusammen.

    Die Zuweisung zur stationären Behandlung kann von jedem niedergelassenen Arzt erfolgen. Die Überweisung in die Fuß-Ambulanz erfolgt über Diabetes-Schwerpunktpraxen. 

    Im Mariannen-Hospital arbeiten die Spezialisten wie Diabetologen, Gefäßmediziner, Chirurgen, Orthopäden, Podologen, Pflegepersonal und Orthopädietechniker eng zusammen. 


  • Neu erteilt - und gültig bis September 2019 - wurde die Anerkennung der Inneren Medizin / Diabetologie des Mariannen-Hospitals als „Stationäre Behandlungseinrichtung für Patienten mit Typ 2 Diabetes – Zertifiziertes Diabeteszentrum“ für die umfassende Behandlung und Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft übergab dieses Qualitätszertifikat an das Team um Chefarzt Dr. Heinrich Reike.

    Hinzu kommt im Mariannen-Hospital die weitere Spezialisierung: die Diagnostik und Therapie des Diabetischen Fußsyndroms. Vor diesem Hintergrund ist die Abteilung auch als spezielles Behandlungszentrum für das DFS von der Deutschen Diabetes Gesellschaft zertifiziert.